Die Grundversicherung deckt die medizinische Basis ab. Doch wer Wert auf freie Spitalwahl, Zahnbehandlungen oder Alternativmedizin legt, braucht eine passende Zusatzversicherung. Hier erfahren Sie, welche sich wirklich lohnt.
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Während die Grundversicherung (OKP) nach KVG geregelt ist und allen Versicherten identische Leistungen garantiert, unterliegen Zusatzversicherungen dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Das hat weitreichende Konsequenzen:
| Typ | Was ist gedeckt? | Monatliche Prämie (Richtwert) | Für wen sinnvoll? |
|---|---|---|---|
| Spital halbprivat | Zweibettzimmer, freie Arztwahl im Spital | CHF 80–250 | Wer Komfort und Arztwahl schätzt |
| Spital privat | Einzelzimmer, freie Spital- und Arztwahl schweizweit | CHF 180–550 | Wer maximalen Komfort wünscht |
| Ambulant | Brille, Fitness, Impfungen, Vorsorge, Transport | CHF 25–80 | Alle, die mehr Prävention wollen |
| Zahnversicherung | Zahnbehandlungen, Dentalhygiene, Kieferorthopädie | CHF 20–65 | Familien mit Kindern, Erwachsene ohne Arbeitgeberdeckung |
| Komplementärmedizin | Akupunktur, Homöopathie, TCM, Osteopathie | CHF 15–50 | Wer alternative Heilmethoden nutzt |
| Auslanddeckung | Notfallbehandlung weltweit, Rücktransport | CHF 5–20 | Reisefreudige Personen |
Die Spitalzusatzversicherung ist eine der beliebtesten Ergänzungen. Sie erweitert Ihren Anspruch von der allgemeinen Abteilung auf halbprivate oder private Unterbringung.
Sie erhalten ein Zweibettzimmer und können Ihren Arzt frei wählen – auch den Chefarzt. Der grösste Vorteil: Sie können sich in jedem Schweizer Spital behandeln lassen, nicht nur in Listenspitälern Ihres Kantons. Die Monatsprämie für eine 35-jährige Person liegt typischerweise zwischen CHF 110 und CHF 195.
Einzelzimmer, freie Spital- und Arztwahl schweizweit, verkürzte Wartezeiten bei planbaren Eingriffen. Die Prämie ist entsprechend höher: CHF 220 bis CHF 480 monatlich für dieselbe Altersgruppe. Ob sich das lohnt, hängt von Ihrem persönlichen Komfortbedürfnis ab.
Diese Versicherung deckt Leistungen ab, die in der Grundversicherung fehlen oder nur teilweise übernommen werden:
Mit Prämien von CHF 25 bis CHF 80 monatlich gehört die ambulante Zusatzversicherung zu den erschwinglichsten Optionen. Besonders für Brillenträger und sportlich aktive Personen rechnet sie sich oft schnell.
Zahnbehandlungen zählen in der Schweiz zu den teuersten medizinischen Ausgaben, die nicht durch die Grundversicherung gedeckt sind. Eine Zahnversicherung kann einen Teil dieser Kosten auffangen:
Tipp: Schliessen Sie die Zahnversicherung für Kinder möglichst früh ab – idealerweise gleich nach der Geburt. So ist die Kieferorthopädie-Deckung sichergestellt, bevor ein Befund vorliegt und Vorbehalte angebracht werden könnten.
Die Grundversicherung übernimmt fünf alternative Behandlungsmethoden (Akupunktur, Anthroposophische Medizin, Homöopathie, Phytotherapie, TCM), allerdings nur, wenn ein Arzt mit anerkanntem Fähigkeitsausweis behandelt. Wer Therapeuten ohne ärztliche Ausbildung aufsucht oder weitere Methoden wie Osteopathie, Craniosacral-Therapie oder Kinesiologie nutzt, benötigt eine Komplementärmedizin-Zusatzversicherung.
Die Prämien sind moderat (CHF 15–50/Monat), und die Versicherung übernimmt typischerweise 75–90 % der Behandlungskosten bis zu einem jährlichen Maximum von CHF 2'000 bis CHF 10'000.
| Merkmal | Grundversicherung (OKP) | Zusatzversicherung (VVG) |
|---|---|---|
| Gesetzliche Grundlage | KVG | VVG |
| Obligatorisch? | Ja | Nein (freiwillig) |
| Aufnahmepflicht? | Ja | Nein |
| Gesundheitsprüfung? | Keine | Ja, üblich |
| Leistungen | Identisch bei allen Kassen | Unterschiedlich je Anbieter |
| Kündigung | Jährlich per 30.11. | Je nach Vertrag (3–6 Monate) |
| Prämien | Abhängig von Region & Alter | Abhängig von Alter, Geschlecht & Gesundheit |