Die Franchise ist einer der grössten Hebel, um Ihre Krankenkassenprämie zu beeinflussen. Erfahren Sie, welche Stufe zu Ihrem Gesundheitsprofil passt und wo der Kipppunkt zwischen Prämienersparnis und Eigenrisiko liegt.
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Die Franchise bezeichnet den Betrag, den Sie pro Kalenderjahr aus eigener Tasche bezahlen, bevor Ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt. Sie funktioniert wie ein jährlicher Selbstbehalt: Erst wenn Ihre medizinischen Ausgaben die gewählte Franchise übersteigen, springt die Versicherung ein.
Erwachsene ab 19 Jahren können zwischen sechs Stufen wählen: CHF 300, CHF 500, CHF 1'000, CHF 1'500, CHF 2'000 und CHF 2'500. Je höher die Franchise, desto tiefer die monatliche Prämie – das Prinzip ist simpel, doch die optimale Wahl hängt von Ihrem individuellen Gesundheitsverhalten ab.
| Franchise | Typische Monatsprämie* | Jahresprämie* | Max. Eigenkosten** | Max. Gesamtkosten |
|---|---|---|---|---|
| CHF 300 | CHF 438 | CHF 5'256 | CHF 1'000 | CHF 6'256 |
| CHF 500 | CHF 416 | CHF 4'992 | CHF 1'200 | CHF 6'192 |
| CHF 1'000 | CHF 382 | CHF 4'584 | CHF 1'700 | CHF 6'284 |
| CHF 1'500 | CHF 348 | CHF 4'176 | CHF 2'200 | CHF 6'376 |
| CHF 2'000 | CHF 315 | CHF 3'780 | CHF 2'700 | CHF 6'480 |
| CHF 2'500 | CHF 286 | CHF 3'432 | CHF 3'200 | CHF 6'632 |
* Beispielhafte Prämien für eine 35-jährige Person im Kanton Bern, Standardmodell, 2026. ** Franchise + max. Selbstbehalt CHF 700.
Miriam, 29, ist gesund und geht nur zur jährlichen Kontrolle. Ihre Arztkosten betragen rund CHF 400 im Jahr.
Thomas, 47, hat eine chronische Erkrankung und verursacht jährlich rund CHF 3'500 an Behandlungskosten.
Beatrice, 62, benötigt regelmässige Spezialbehandlungen mit jährlichen Kosten von rund CHF 12'000.
Faustregel: Wer jährlich weniger als CHF 1'800 an Arztkosten hat, fährt mit der höchsten Franchise (CHF 2'500) fast immer günstiger. Ab Arztkosten von rund CHF 2'800 lohnt sich eher die tiefe Franchise von CHF 300.
Diese beiden Begriffe werden häufig verwechselt, bezeichnen aber zwei verschiedene Kostenbeteiligungen:
Ihre maximalen Eigenkosten pro Jahr betragen also: Franchise + CHF 700 Selbstbehalt. Bei der höchsten Franchise von CHF 2'500 sind das maximal CHF 3'200 – alles darüber hinaus übernimmt die Kasse vollständig.
Kinder bis 18 Jahre zahlen standardmässig keine Franchise. Eltern können jedoch freiwillig eine Kinder-Franchise von CHF 100, CHF 200, CHF 300, CHF 400, CHF 500 oder CHF 600 wählen, um die Kinderprämie weiter zu senken.
Für grundsätzlich gesunde Kinder, die nur zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung gehen, kann eine Kinder-Franchise von CHF 400 bis CHF 600 durchaus sinnvoll sein. Die Prämienersparnis beträgt je nach Kasse zwischen CHF 15 und CHF 45 pro Monat.
Empfehlung: CHF 2'500
Maximale Prämienersparnis. Selbst im unwahrscheinlichen Fall eines Unfalls oder einer Krankheit belaufen sich die Maximalkosten auf CHF 3'200 – das ist überschaubar und in der Regel durch die gesparte Prämie gedeckt.
Empfehlung: CHF 1'000 bis CHF 1'500
Ein ausgewogener Mittelweg zwischen Prämienersparnis und Risiko. Bei gelegentlichen Arztbesuchen (1–3 pro Jahr) ist diese Stufe meist die wirtschaftlichste Wahl.
Empfehlung: CHF 300
Wer seine Franchise regelmässig ausschöpft, profitiert von der tiefsten Stufe. Die höhere Prämie wird durch die geringere Eigenbeteiligung mehr als kompensiert.
Sie können Ihre Franchise grundsätzlich einmal pro Jahr anpassen:
Eine Franchise-Änderung erfordert keinen Kassenwechsel. Sie können also bei Ihrem bestehenden Versicherer bleiben und nur die Franchise anpassen – oder beides gleichzeitig tun.